Gesellschaftsdrama / Dramödie
Nach dem Roman „Man ist ja Nachbar – Ralf Prange nimmt an“ von Andreas Altenburg („Frühstück bei Stefanie“, „Wir sind die Freeses“, „Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres“). Letzteres ist ebenfalls verfilmt worden und wurde sehr positiv aufgenommen. „Prange“ ist anstrengend. Ein Mann in einem Mehrfamilienhaus, der nichts zu tun zu haben scheint. Außer auf die Nachbarn zu achten, deren Pakete anzunehmen und weiterzugeben und sich über die Hausordnung auszulassen. Doch das ändert sich, als er eine Paketzustellerin kennenlernt, wobei sich das richtige Kennenlernen extrem kompliziert gestaltet. Dating soll schon einfacher gewesen sein, man muss nicht gleich anbieten, die Wohnung der anderen Person zu tapezieren – vor allem, wenn man davon so null Ahnung hat. Eine Tragikomödie oder Drama, fürs Fernsehen okay…
Inhalt
Ralf Prange (Bjarne Mädel) lebt schon sein ganzes Leben in ein und derselben Rotklinkerwohnung in Hamburg-Barmbek. Hier ist er nach Selbstauskunft der „arme Arsch“, der vom unbekümmerten Paketmann Micki (Bozidar Kocevski) immer die Pakete für alle annimmt. Doch Pranges eigenbrötlerisches Leben wird durch das Auftauchen der umwerfend pragmatischen Paketzustellerin Dörte (Katharina Marie Schubert) völlig auf den Kopf gestellt. In die vordergründig selbstbewusste Frau ist er sofort schockverliebt, doch in Sachen Liebe und Kommunikation gibt es deutlich Nachholbedarf. Der scheue Prange schmiedet diverse Taktiken, um mit Dörte in näheren Kontakt zu treten. Horst Rohde (Olli Dittrich), der gegenüber wohnt, beobachtet argwöhnisch alles, was Prange treibt. Als er Pranges Annäherungsversuche mitbekommt, entbrennt ein Wettbewerb. Und vor allem bleibt Prange eben Prange und steht sich gehörig selbst im Weg. Zunächst einmal könnte man ja viele Pakete bestellen, um seine Angebetete häufiger zu sehen, doch das reicht nicht, das bringt ihm nichts. Da muss schon ein bisschen mehr kommen. Kommunikation ist das halbe Leben.
Kritik
Skurrile und eigenbrötlerische Charaktere. Gleich mehrere davon in einem Mehrfamilienhaus. Doch irgendwie muss man sich ja zusammenraufen. Wobei noch mehr Anonymität immer möglich wäre. Die Liebe wäre schön, doch wie stellt man das an? Wie lernen sich Menschen kennen, in einer Gesellschaft die immer mehr vereinsarmt? Ein wichtiges Thema auf so vielen Ebenen. Wir brauchen mehr miteinander.
Im Bonusmaterial befindet sich ein Setbericht aus dem Hamburg Journal sowie der Trailer.
Prange – Man ist ja Nachbar: D 2025; Regie: Lars Jessen; Darsteller: Bjarne Mädel, Katharina Marie Schubert, Olli Dittrich, Gabriela Maria Schmeide, Samy Ghariani; FSK: ab 6 Jahren; Dauer: 91 Minuten; Sprachen: Deutsch DTS-HD MA 2.0; Untertitel: Deutsch; Bild: 1,78:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©ARD / OneGate Media. Veröffentlichung Verkauf: 12. Dezember 2025.
Bewertung: 7,7/10 Punkten
Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 2/4