Reflection in a dead Diamond

Filmkunst / Mystery

Ein Film, der Tarantino vor Neid erblassen lässt: „Reflection in a dead Diamond“ ist eine überbordende Hommage an die europäischen Agentenfilme und James-Bond-Klone der 1960er und 70er Jahre, in denen Stil stets über Logik triumphierte. Dem Regieduo Hélène Cattet und Bruno Forzani ist ein visuelles Spektakel der Superlative gelungen, in dem die italienische Schauspiellegende Fabio Testi ein grandioses Comeback feiert. Ein visuelles Spektakel als Hommage an 60er-Jahre-Agentenfilme. Fabio Testi glänzt in seinem Comeback als Ex-Agent. Was ist real, was erscheint nur surreal? Ein Parforceritt durch die Genres, ein visuelles Meisterwerk, das den Inhalt manchmal ein wenig links liegenlässt. Der Wechsel der Personen, die Ästhetik der Bilder, das ist es, was den Film ausmacht.

Inhalt

Der ehemalige Geheimagent John D. (Fabio Testi) lebt zurückgezogen in einem Luxus-Hotel an der Côte d’Azur und ist fasziniert von seiner Nachbarin, die Erinnerungen an seine wilden Abenteuer in den 1960er Jahren weckt. Als die mysteriöse Fremde plötzlich spurlos verschwindet, erwachen in ihm die Geister der Vergangenheit. Ist seine einstige, stets in schwarzes Leder gehüllte Widersacherin Serpentik (Thi May Nguyen) zurück, um eine alte Rechnung zu begleichen? Während er den Frauen am Strand zusieht und seine Rechnungen eigentlich nicht mehr bezahlen kann, beginnt sein Kopfkino und er glaubt an ein Verbrechen und will dieses aufklären. Dabei ist er längst nicht mehr der, der er einst gewesen ist. Was ist Realität, was nur Einbildung oder Imagination? Ein Bösewicht geht um, macht die Gegend unsicher und er könnte eventuell selbst eingreifen und alles aufklären. Doch wann immer er seinen klaren Verstand nutzen möchte, verblassen Dinge während die Täterin sich wandelt und das Aussehen permanent ändert.

Kritik

Das ist pure Kunst. Um der Kunst willen – weniger als perfektes Kino mit einer stringenten Handlung. Ein Film, den man sehen sollte als Cineast, den man nicht komplett verstehen muss, den man aber genießen kann. Anders als gedacht und doch am Ende irgendwie überrascht und begeistert, zumindest in vielen Szenen.

Im Bonusmaterial gibt es ein alternatives Ende, entfernte Szenen, ein 20-seitiges Booklet im Mediabook sowie den Trailer und Filmtipps.

Reflection in a dead Diamond: Bel 2025; Regie: Hélène Cattet, Bruno Forzani; Darsteller: Fabio Testi, Yannick Renier, Koen De Bouw, Maria de Medeiros; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 87 Minuten; Sprachen: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch / Italienisch DTS-HD MA 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 2,39:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Plaion Pictures. Veröffentlichung Verkauf: 29. Januar 2026.

Bewertung: 7,8/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 2/4