Florian Schroeder – Happy End

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Sachbuch / Politik – Philosophie

Viele erwarten das Glück, ohne etwas dafür zu tun. Glück als Menschenrecht, vom Arzt verordnet oder vom Staat. Andere streben danach und strampeln sich ab, optimieren sich und erreichen es trotzdem nicht. Florian Schroeder macht sich auf die Suche: Was macht Menschen glücklich und wo bilden sie sich das nur ein? Er besucht ein Life Coaching, einen Kuschelkurs, probiert Drogen und Happiness Apps aus und guckt sich das Glück derer an, für die der Schmerz das große Glück ist. Er nimmt LSD, tauscht Freundschaftsbändchen mit Swifties, tanzt mit einem 80-Jährigen im Berghain und geht mit einem Auswanderer im glücklichsten Land der Welt, in Finnland, in die Sauna. Schroeder ist direkt, ironisch, sarkastisch, aber in erster Linie neugierig auf das, was Glück sein könnte, aber oftmals auch sein muss. Für Florian Schroeder ist dieses scheinbar private Thema ein hoch politisches. Genau in dieser unvorhersehbaren Weltlage gilt es, sich die Räume des Glücks, des Eskapismus und der Weltflucht, genauer anzuschauen. Vielleicht ist Glück ja auch das, was wir erleben, wenn wir gar nicht dran denken.

Inhalt

Comedian, Polit-Redner oder Philosoph, Florian Schroeder kann alles und beweist das in seinem neuen Buch „Happy End“ geht er der wichtigsten Frage nach, die schon „Hectors Reise – oder die Suche nach dem Glück“ von François Lelord aufwarf. Und das nicht als erster und bestimmt auch nicht als letzter. Wollen die Menschen glücklich sein, können sie es überhaupt über einen längeren Zeitpunkt und was bedeutet Glück für das Individuum? Wichtige Aspekte, die hier in Anekdoten und Erlebnissen aufgearbeitet werden. Das ist lehrreich, amüsant und bringt uns zum Nachdenken. So mögen wir den Autor, wenn er unsere Welt erweitert, fordert, dass wir uns mit anderen Themen beschäftigen und damit einen Blickwinkel auf wichtige Themen und Momente im Leben eines jeden beleuchten oder analysieren. Wie sieht unser politisches System aus – können wir darin glücklich leben? Das beleuchtet Florian Schroeder und wir dürfen uns selbst ein Urteil bilden…

Kritik

„Wer glücklich sein will, muss leiden? Welch ein Bullshit!“ Florian Schroeder bei seinen Beobachtungen zuzuhören ist faszinierend, spannend und eröffnet neue Perspektiven, oder beschriebt genau das, was wir schon immer glaubten?! Auf der Suche nach dem Glück waren schon viele, das hier ist ein anderer Ansatz. Das ist sehr politisch und noch philosophischer. Stark geschrieben und es lässt sich sehr gut lesen.

Florian Schroeder, geboren 1979, studierte Germanistik und Philosophie in Freiburg und begann zu Studienzeiten seine Bühnenkarriere als Kabarettist und Parodist, sammelte Erfahrungen als Radio- und Fernsehmoderator und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Schroeder ist Träger des Deutschen Kleinkunstpreises 2021. Als Host der Sendungen „Spätschicht“ und „Die Florian Schroeder Satireshow“ war Schroeder bis Ende 2022 in der ARD zu sehen. Im Herbst 2023 startet er mit neuen Folgen eines Satireformats in Das ERSTE und der ARD-Mediathek. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter den Bestseller „Schluss mit der Meinungsfreiheit!“ Im Radio hört man ihn regelmäßig mit seinen Kolumnen, u.a. auf radioeins mit seinem „Schroeder & Somuncu“-Podcast. Seit 2021 ist er Gastdozent an der Universität der Freien Künste, Berlin. „Happy End“ hat 334 Seiten und ist am 27. November 2025 im dtv erschienen.

Bewertung: 8,2/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 4/4