Historischer Roman / Emanzipation / Romanze
Ein bewegender Roman über eine junge Frau in der Künstlerkolonie von Worpswede, mit berühmten Persönlichkeiten wie Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Paula Becker und Rainer Maria Rilke. In „Die Farbensammlerin“ erleben wir eine junge Frau, die ihren eigenen Weg gehen möchte. Während ihr Vater sie mit einem Jungen aus ihrem Dorf verheiraten möchte, denkt sie gar nicht daran, mitzuspielen. Stattdessen zieht sie zu den KünstlerInnen, die in Worpswede ihre eigene kleine Gemeinde aufgebaut haben und dort ihrem Schaffen nachgehen können. Ob Maler, Bildhauer oder Ähnliches, hier kann jede/r relativ frei machen, was er oder sie will. Kann Johanna das auch schaffen? Echte Personen werden in die Geschichte eingearbeitet, um mehr Authentizität zu schaffen, um uns einen Einblick in die große Zeit von Worpswede zu gewähren.
Inhalt

Worpswede 1898: Für die zwanzigjährige Johanna sind Farben nicht nur Farben, auch ihre Empfindungen drücken sich darin aus. Ihr großer Traum ist es, eine erfolgreiche Künstlerin zu werden. Doch Annas Vater möchte sie mit dem Erben eines reichen Hofes verheiraten. Ein Werftarbeiter, ein Hof, auf dem es nie an Arbeit mangelt. Für Träumereien ist da wenig Platz. Doch Johanna hat ihren eigenen Kopf und nachdem sie eine Lehrerin und später einen Lehrer gefunden hat, die ihr das Malen beibringen und ihr helfen, sich besser auf ihren Kunstwerken auszudrücken, kann sie sich kein anderes Leben für sich vorstellen. Das Bauernmädchen flieht daraufhin in die nahegelegene Künstlerkolonie, in der Hoffnung auf ein selbstbestimmteres Leben. Hier ist sie endlich unter Gleichgesinnten und kann ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Und dann ist da noch der Maler Henri, der ihr Unterricht gibt und ihr Herz in Aufruhr versetzt. Wird da mehr draus? Zunächst konzentriert sie sich auf ihre Kunst und schafft es tatsächlich ihre eigenen Werke zu verkaufen.
Kritik
Norddeutsche Geschichte mit einer jungen Frau, die sich emanzipieren möchte, die ihre Träume verfolgt und damit Erfolg haben könnte. Ein wunderbarer Roman, ein wenig Romanze, eine junge selbstbewusste Frau, mit all ihren Unsicherheiten und Fehlern. Ein Werk, das sich sehr gut lesen lässt und in die Zeit eintauchen lässt. Der Aufregung gegen Ende hätte es gar nicht bedurft, auch ohne hätte der Roman funktioniert.
Anne Seiler ist das Pseudonym der SPIEGEL-Bestsellerautorin Susanne Lieder. Seit 2012 widmet sie sich ganz dem Schreiben. Begonnen mit einer Krimireihe und mehreren Ostsee-Romanen, schreibt sie inzwischen vorrangig historische Romane und Romanbiografien, auch unter Pseudonym. Ihr Roman über Astrid Lindgren hat sich über hunderttausend Mal verkauft. Sie lebt südlich von Bremen. »Die Farbensammlerin« ist ihr erster Roman bei Heyne. „Die Farbensammlerin“ hat 318 Seiten und ist am 11. März 2026 im Heyne Verlag erschienen.
Bewertung: 7,9/10 Punkten
Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4