Kriminalroman
Hamburg hat einen neuen Kommissar. Besser gesagt zwei und einen alten Seebären, der gerne den Privatermittler gibt, um seinem Freund dem Kommissar zu unterstützen. In „Der Bojenmann“ geht es um einen Mörder, der seine Opfer plastiniert und der seine Kunstwerke prominent ausstellt. Das können nur wenige, dafür ist die Öffentlichkeit gleich alarmiert und die Kommissare müssen schnell liefern, bevor es zu Panik und Angst unter der Bevölkerung kommt. Mit viel Lokalkolorit wird hier leicht humorvoll ein gar nicht so humorvolles Verbrechen aufgeklärt, mit Verlusten auf Ermittlerseite sogar. Über Hamburg erfahren wir einiges, über die Morde bzw. Toten. Zwei Autoren, die einen Krimi geschrieben haben und dessen „Der Schattenmann“. Diese Fortsetzung ist ähnlich spannend geraten, mehr Drama als Thriller. Ein Opfer wird zum Täter. „Der Schattenmann“ zeigt einen neuen Serienmörder und greift am Ende den ersten Roman wieder auf. In „Schlick“ geht es um die Elbe und die großen Schiffe, die in den Hafen gelangen sollen. Jemand tötet wichtige Menschen, die mit den Entscheidungen zu tun haben. Mit „Lieblingsleichen“ hat man sich dem Thema Rechtsradikalität und Burschenschaften gewidmet und eine ganz besondere Note erhält das Miniaturen-Wunderland.
Inhalt

Im Hamburger Miniatur Wunderland geht ein Mörder um. Zwar sind die Leichen, die er dort deponiert, keine drei Zentimeter lang und aus Kunststoff. Aber sie kündigen grausame reale Morde an, die in Hamburg an identischen Tatorten Obdachlose treffen. Die echten Opfer sind stets versehen mit der Notiz: »Lieblingsleiche«. Die zynische Inszenierung geht sofort viral, sorgt für spektakuläre Bilder. Kommissar Knudsen sieht den Ernst der Lage. Die gesellschaftliche Problematik kennt er: Hamburg ist bundesweit die Stadt mit den meisten Obdachlosen. Und womöglich, so befürchtet Knudsen, treffen die unmenschlichen Killer sogar bei manchen auf klammheimliche Zustimmung. Auch La Lotse, Knudsens Freund, wirkt wieder auf ungewöhnliche Weise an den Ermittlungen mit. Bis es im Sachsenwald vor den Toren Hamburgs schließlich zu einem dramatischen Showdown kommt. Es wird familiär, Hilfe für einen gefallenen Menschen ist notwendig, die Morde sorgen in Hamburg für Aufruhr und am Ende wird es überraschend.
Kritik
Der zweite Roman ist tatsächlich wohl besser als der erste, wobei der auch deutlich härter war. Im dritten Roman geht es auch im den Täter des ersten Falles, hauptsächlich jedoch ist ein Plädoyer umzudenken und nicht immer tiefer in der Elbe zu graben, damit größere Containerschiffe den Hafen erreichen können. In „Lieblingsleichen“ geht es um Freundschaft, Beziehungen, Menschen, die Hilfe brauchen und um Morde, die für Aufruhr sorgen sollen, begangen von Rechtsradikalen. Das ist zu sehr Mode, aber schon gut geschrieben in all seinen Facetten.
Kester Schlenz, geboren 1958, ist Autor zahlreicher erfolgreicher Väter- und Kinderbücher. Er studierte Sprachwissenschaften und Psychologie und arbeitet als Redakteur beim »Stern«.
Jan Jepsen, geb. 1962, wurde in der Nacht der großen Hamburger Sturmflut gezeugt. Er wuchs – größtenteils in Gummistiefeln – in der ehemaligen Lotsensiedlung Övelgönne auf. Auf einer Reportage in Norwegen lernte er Kester Schlenz kennen. Aus Kennenlernen wurde Freundschaft, aus Freundschaft in Co-Autorenschaft ihr erster gemeinsamer Krimi »Der Bojenmann«, es folgt „Der Schattenmann“. Und nach „Schlick“ das aktuelle Werk „Lieblingsleichen“.
Der Roman „Schlick“ hat 320 Seiten und ist am 11. März 2026 im btb Verlag erschienen.
Bewertung: 7,9/10 Punkten
Spannung: 3/4 – Action: 3/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4