Der Fremde

Literaturverfilmung / Drama

Mit seiner meisterlichen Neuinterpretation von Albert Camus’ gleichnamigem Literaturklassiker gelingt François Ozon ein virtuoses Werk von zeitloser Relevanz. In betörenden Schwarzweißbildern erzählt und getragen von einem erlesenen Ensemble um Benjamin Voisin („Verlorene Illusionen“), Rebecca Marder („Frühling in Paris“) und Pierre Lottin („Bon Voyage“), markiert der Film einen künstlerischen Höhepunkt in Ozons vielschichtigem Œuvre. „Der Fremde“ feierte seine umjubelte Weltpremiere im Wettbewerb der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Ein Franzose in Algerien. Herausgerissen aus seinem normalen Alltag, wird er etwas machen, was sein Leben für immer verändern wird – denn er beendet das Leben eines anderen Menschen, der seinen Freund angegriffen hatte. Falsch verstandener Stolz, Beziehungen und eine Tat aus dem Nichts – warum nur?

Inhalt

Meursault (Benjamin Voisin), ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Dafür musste er frei nehmen und reisen. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie (Rebecca Marder) und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond (Pierre Lottin) gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt. Er hätte ein gutes Leben führen können, doch getriggert von seinem Kumpel und verunsichert von den Angreifern, der selbst zunächst ein Messer dabeihatten, macht er etwas, was er nie hätte tun dürfen. Wird er dafür verurteilt? Ein Franzose, der einen Einheimischen getötet hat. War es Mord, Notwehr oder wie wird das Gericht entscheiden? Meursault schaut sich alles mehr als Beobachter als als Involvierter an.

Kritik

Wenig gesprochene Sprache, dafür mehr Bildsprache. Zunächst wirkt alles so leicht. Beerdigung als Pflichtaufgabe, die Liaison mit der Freundin, die so scheinbar unbeschwert vonstattengeht. Doch dann der Wandel im Inhaltlichen, nicht von der Leichtigkeit der Erzählart. Intensiv, aber dennoch abstrakt und unterkühlt.

In den Extras gibt es den Trailer und Filmtipps.

Der Fremde (O: L’étranger): F 2025; Regie: François Ozon; Darsteller: Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin, Swann Arlaud, Denis Lavant; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 118 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Französisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 1,66:1 (16:9 anamorph); Vertrieb: ©Weltkino Filmverleih / LEONINE Studios. Veröffentlichung Verkauf: 15. Mai 2026.

Bewertung: 7,8/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 2/4  – Anspruch: 2/4