Die jüngste Tochter

Coming of Age / Drama / Homosexualität

„Die jüngste Tochter“ ist eine Adaption des gefeierten autofiktionalen Debütromans von Fatima Daas aus dem Jahr 2020 und der dritte Spielfilm der französischen Drehbuchautorin und Regisseurin Hafsia Herzi („Du verdienst eine Liebe“, „Eine gute Mutter“). Mit emotionaler und wahrhaftiger Wucht begleitet der Film das sexuelle Erwachsenwerden einer jungen Frau und ihre Suche nach einem Platz in der Welt. Zum großen Teil mit LaiendarstellerInnen besetzt, mit Zärtlichkeit und Fingerspitzengefühl inszeniert, aber ohne Scheu vor Tabubrüchen, gelingt Hafsia Herzi ein Instantklassiker des Queer Cinema in der Tradition von Abdellatif Kechiches „Blau ist eine warme Farbe“, Céline Sciammas „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ und Barry Jenkins „Moonlight“. In ihrer ersten Rolle vor der Kamera feiert Nadia Melliti mit ihrer kraftvoll zurückhaltenden, atemberaubenden Darstellung einen fulminanten Einstieg in die Schauspielerei. Bei den 78.Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo der Film bei seiner Uraufführung zwölfminütige Standing Ovations erhielt, wurde sie mit dem Preis für die beste Darstellerin ausgezeichnet. Der Film gewann außerdem die Queer Palm.

Inhalt

Die 17-jährige Fatima (Nadia Melliti) ist die jüngste von drei Töchtern einer französisch-algerischen Familie in einem Pariser Vorort. Ihr Lieblingssport ist Fußball, in der Schule hängt sie mit den prahlerischsten Jungs ihrer Klasse ab, und sie hat einen heimlichen festen Freund, der bereits ans Heiraten denkt. Fatima fällt es jedoch zunehmend schwerer zu verbergen, was niemand wissen darf: Ihr Herz schlägt für Frauen. Als sie ein Philosophiestudium in Paris beginnt, eröffnet sich für sie eine völlig neue Welt. Hin-und hergerissen zwischen Familientradition, Glauben und ihrem Wunsch nach Freiheit muss Fatima ihren eigenen Weg finden. Sie erlebt Dates mit Frauen, die mehr oder weniger intensiv enden. Sie will Erfahrungen sammeln, aber das Leben wird nicht einfacher, ihrer Familie kann sie sich nicht anvertrauen. Dennoch stöbert sie durchs Leben und erfährt zumindest die körperliche Liebe, ob mehr draus wird kann man ohnehin immer erst später sagen. Zumindest hat sie die Lust entdeckt, am Leben und an der Liebe…

Kritik

Etwas, dass fast nur französische Filme schaffen: Eine Emotionalität, die die Zuschauenden mitreißt, die so authentisch wirkt, die so sehr mitfühlen lässt. Ein sehr sehenswerter Film über das Erwachsenwerden und Homosexualität. Die eben doch noch nicht in allen Gesellschaftsteilen Normalität ist.

Im Bonusmaterial gibt es die Hörfilmfassung.

Die jüngste Tochter (O: La petite dernière): F / D 2025; Regie: Hafsia Herzi; Darsteller: Nadia Melliti, Park Ji-Min, Amina Ben Mohamed, Melissa Guers, Rita Benmannana; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 108 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Französisch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph Widescreen); Vertrieb: ©Alamode Film / Alive. Veröffentlichung Verkauf: 23. April 2026.

Bewertung: 7,9/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 3/4