John Grisham – Das Vermächtnis

Justiz-Thriller

Irgendwann musste es passieren: Mein erster Grisham-Roman. „Das Original“ war tatsächlich der erste Roman des Schriftstellers und der erste Teil dieser Trilogie, die im Heyne Verlag erschienen ist. Nachdem ich von den Filmen „Die Akte“ und „Die Jury“ begeistert bin, wollte ich den bekannten Schriftsteller einmal in Schrift und Wort kennenlernen. Inzwischen höre ich mir jedes Jahr den neuen Grisham an. Mit „Das Vermächtnis“ ist im März ein neuer Justiz-Krimi entstanden und veröffentlicht worden. Ein Kleinstadtanwalt, der mehr schlecht als recht von seinem Job leben kann, der Kinder hat und bei dem die Trennung von der Ehefrau bevorsteht, erhält Besuch von einer alten Frau, die ihr Testament aufsetzen möchte. Sie scheint vermögend zu sein – eine Chance für ihn gutes Geld zu verdienen? Es kommt anders und bald steht er vor Gericht, als Angeklagter, wegen Mordes.

Inhalt

Das Vermaechtnis von John Grisham

Simon Latch ist ein kleiner Anwalt im ländlichen Virginia. Finanziell kommt er nur mit Müh und Not über die Runden, zudem geht seine Ehe in die Brüche. Dann betritt Eleanor Barnett sein Büro, eine ältere Witwe, die ein neues Testament braucht. Offenbar hat ihr Mann ihr ein gewaltiges Vermögen hinterlassen, von dem niemand etwas weiß. Simon behandelt den Auftrag streng vertraulich, aber die Nachricht von Eleanors Reichtum scheint durchzusickern. Als Eleanor Opfer eines Autounfalls wird, muss Simon erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint. Kurz darauf findet er sich auf der Anklagebank wieder, der Vorwurf lautet Mord aus Habgier. Er soll die alte Dame vergiftet haben. Alle Indizien sprechen gegen ihn. Ihm bleibt nur eine Chance, sich zu retten: wenn er den wahren Mörder findet. Da gibt es gleich mehrere Kandidaten, naheliegende und eher weniger naheliegende. Simon hat nur diese eine Chance, den wahren Täter zu überführen. Ansonsten sitzt er die nächsten Jahre im Gefängnis, bringt Schande über seine Kinder und sein Leben wäre verpfuscht.

Kritik

Ein eher unscheinbarer Krimi, ohne echte große Pointe, ohne den großen Knalleffekt. Wobei die Story das nicht nur zuließe, sie stößt einen geradezu darauf. Dennoch plätschert der Roman so vor sich hin. Wir leiden mit dem Protagonisten mit, wünschen ihm Gerechtigkeit. Aber der Funke springt diesmal nicht über. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Dennoch ein sehr ordentliches Werk. „Das Vermächtnis“ (O: The Widow), gesprochen von Charles Brauer, hat eine Laufzeit von 11Stunden und 15 Minuten (675 Minuten).

Autor: John Grisham hat mehr als 30 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sieben Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia. Der Bestsellerautor ist 1955 geboren und hat mit dem Justizthriller „Die Akte“ Welterfolge gefeiert. Zudem ist „Die Jury“ verfilmt worden. „Das Vermächtnis“ („The Widow“) ist von Bea Reiter und Imke Walsh-Araya aus dem Amerikanischen übersetzt worden, hat in Printform 480 Seiten und ist im Heyne Verlag am 25. März erschienen.

Sprecher: Charles Brauer, geboren 1935, ist durch seine Rolle als Hamburger „Tatort“-Kommissar Brockmöller einem breiten Publikum bekannt geworden. Der vielseitige Schauspieler ist ein beliebter Hörbuchsprecher und hat u.a. allen John-Grisham-Hörbüchern seine Stimme geliehen.

Bewertung: 7,9/10 Punkten

Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4