Paula Linning – Der Medicus von Notre Dame

Historiendrama

„Der Medicus von Notre Dame“ von Paula Linnig oder : Vom Kreuzritter zum Heiler. Sehr nah am Roman „Medicus“ von Noah Gordon, interessant bis spannend zu lesen, erzählt dieser Roman von Paula Linning die Geschichte eines Kreuzritters, der im 12. Jh. ins Heilige Land reiste und schon dort weniger mit dem Töten als vielmehr mit dem Heilen konfrontiert wurde. Die orientalische Methode, einen Kranken zu behandeln wich doch sehr von dem ab, was in Paris im Hotel-Dieu praktiziert wurde. Geführt von Nonnen handelte man streng nach dem Glauben. Alles abweichende wurde als ungläubig  und verwerflich abgelehnt. Das Hotel-Dieu lag genau gegenüber der neu entstehenden Kathedrale „Notre Dame“. Dass es hier häufiger zu Unfällen mit Arbeitern kam, die am Bau beteiligt waren, versteht sich von selbst. Der Protagonist mischt sich in die Behandlungsmethoden mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen ein, nachdem er seine Schwester Cecile dort in dem Krankenhaus nach 7 Jahren Heiliges Land sterbenskrank vorgefunden hat. Er wendet seine erlernten Praktiken an und kann ihr helfen.

Inhalt

Der Medicus von Notre-Dame von Paula Linning

Paris 1179. Auf der Île de la Cité wird die größte Kathedrale der Welt errichtet: Notre-Dame de Paris. Direkt daneben steht das älteste Krankenhaus der Stadt, das Hôtel-Dieu. Dort findet der Kreuzritter Pierre de Moulins seine Schwester Cécile, als er nach sechs Jahren im Heiligen Land nach Paris zurückkehrt. Cécile ringt mit dem Tod, aber dank seiner Kenntnisse der arabischen Medizin kann Pierre sie retten. Dadurch gewinnt er die Sympathie einer Krankenschwester aber auch den Unmut der Oberin und aller Mitarbeiterinnen. Schließlich kümmert er sich auch noch um die Aussätzigen  am Rande der Stadt. Die Nonnen, die das Hospital betreiben, lehnen seine Heilmethoden jedoch strikt ab. Einzig die junge Novizin Madeleine ist beeindruckt von Pierres Fähigkeiten. Gemeinsam gelingt es den beiden, mehreren Arbeitern, die beim Bau der Kathedrale verunglückt sind, das Leben zu retten. Doch damit ziehen sie endgültig den Unmut der Kirche auf sich … Doch wenn es um das Retten von Leben geht, stehen Meinungen für die Protagonisten im Hintergrund.

Kritik

Der Roman ist gut erzählt, selbst wenn man in etwa ahnen kann, wie sich die Geschichte entwickelt. Die Personen sind gut gezeichnet; leider nicht alle lateinischen Ausdrücke übersetzt, was den Leseverlauf nicht beeinträchtigt. Rund 555 Seiten spannendes Leservergnügen. Ein wenig simpel geschrieben, dafür aber umso packender und intensiver.

Paula Linning ist ein Pseudonym der beiden Autoren Dirk Husemann und Jutta Wieloch. Als Historiker und Wissenschaftsjournalisten graben sie immer wieder spannende Geschichten aus und lassen längst vergangene Epochen lebendig werden. Ihre Bücher werden in mehrere Sprachen übersetzt. »Die Romanfabrik von Paris« war 2020 das »Buch des Jahres« beim WDR. „Der Medicus von Notre Dame“ hat 555 Seiten und ist im Goldmann Verlag am 22. Juli 2026 erschienen.

Bewertung: 8/10 Punkten

Spannung: 3/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4