Liebesdrama
Die Verfilmung des zeitdiagnöstischen Schlüsselromans der Generation Y von Kultautor Leif Randt, das auf der diesjährigen Berlinale Weltpremiere feiern und die Besucher begeistern konnte: „Allegro Pastell“. Regisseurin Anna Roller nähert sich der Vorlage mit großer Präzision und Respekt für deren Tonfall. Gemeinsam mit Leif Randt verdichtet sie das elliptische Erzählen des Romans für das Kino, ohne es zu dramatisieren oder emotional zu überhöhen. Stattdessen rückt der Film den Figuren behutsam näher – gerade so weit, dass hinter der ironischen Distanz eine emotionale Verletzlichkeit sichtbar wird. Getragen wird dies von einem intensiven Schauspielprozess mit Jannis Niewöhner und Syl Faligant, einer bewusst distanzierten, oft statischen Bildsprache sowie einer sorgfältig komponierten Pastell-Ästhetik, die innere Zustände über Oberflächen, Farben und Materialien erzählt. Der Soundtrack – zwischen elektronischer Melancholie, ironischem Eurodance und zeitgenössischem Pop – verankert den Film fest in Berlin und Frankfurt der späten 2010er-Jahre.
Inhalt
Sommer in Berlin, 2018: Tanja (Syl Faligant) und Jerome (Jannis Niewöhner), eine Autorin und ein Webdesigner Anfang dreißig, führen eine scheinbar perfekte Fernbeziehung. Zwischen schlaflosen Nächten in der Großstadt und Entschleunigung im beschaulichen Maintal tarieren die beiden immer wieder Nähe und Distanz. An ihrem 34. Geburtstag überkommt Tanja eine Ahnung der gemeinsamen Zukunft – eine, die geordnet und verlässlich wirkt.
Aber ist es wirklich das, wonach sie sucht? Und kann sie das leben, was sie ausmacht, was ihre Liebe ihr bedeutet? Oder ist das Leben etwas anderes und braucht mehr Zuneigung, mehr Berührungen, mehr Nähe – wobei hemmungsloser und intensiver Sex natürlich auch helfen können und werden. Doch emotionale Trennung könnte auch bedeuten, das man sich ansonsten voneinander entfernt. Neue Menschen im Leben machen eben jenes noch komplizierter, Sex mit anderen zudem…
Kritik
„Allegro Pastell“ ist ein Film über Beziehungen, Selbstinszenierung und das diffuse Gefühl, dass etwas zu Ende geht, noch bevor man es ganz verstanden hat – ein zeitdiagnostisches Liebesdrama, das lange nachhallt. Eine Romanze mit vielen Ups and Downs, mit anderen Partnern und mit viel Selbstfindung – oder verwirklichung. Berührungen machen das Leben aus, sie entscheiden über Glück und Zufriedenheit im Leben.
Das Bonusmaterial beinhaltet den Trailer und Filmtipps.
Allegro Pastell: D 2026; Regie: Anna Roller; Darsteller: Jannis Niewöhner, Syl Faligant, Martina Gedeck, Luna Wedler, Haley Louise Jones, Wolfram Koch, Jakob Schreier, Vera Flück, Nico Ehrenteit, Steven Preisner; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 100 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1; Untertitel: Deutsch; Bild: 2,40:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©DCM / LEONINE Studios. Veröffentlichung Verkauf: 28. August 2026.
Bewertung: 7,8/10 Punkten
Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 2/4 – Erotik: 2/4 – Anspruch: 3/4