Historiendrama
Das jüngste Werk der palästinensischen Filmemacherin Annemarie Jacir („Das Salz des Meeres“, „Wajib“) und offizieller Oscar-Beitrag für Palästina, feierte seine umjubelte Weltpremiere auf dem Toronto International Film Festival, wo es mit 20-minütigen Standing Ovations geehrt wurde. Mit ihrer neuen Regiearbeit schafft Jacir ein leidenschaftliches, bildgewaltiges Historienepos über den arabischen Aufstand von 1936, das diesem prägenden Moment der Geschichte ihres Landes ein filmisches Denkmal setzt. Der Film „Palästina 36“ verortet präzise den Beginn des palästinensischen Widerstands und den Wendepunkt für das britische Empire. Gedreht an Originalschauplätzen in Palästina und Jordanien, entstand der Film trotz aller Komplikationen mit spürbarer Nähe zu den Orten der Geschichte. An der Seite der Schauspiel-Neuentdeckungen Karim Daoud Anaya und Wardi Elabouni versammelt Jacir eine beeindruckende Starbesetzung, darunter Hiam Abbass („Gaza mon Amour“), Robert Aramayo („Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“), Saleh Bakri („Im Schatten des Oragenbaums“), Billy Howle („Dunkirk“), Liam Cunningham („Der Medicus 2“) sowie Oscar-Gewinner Jeremy Irons („Lolita“).
Inhalt
Palästina 1936: Immer mehr Dörfer erheben sich gegen die britische Kolonialmacht, die ihren Einfluss mit Gewalt durchsetzt. Gleichzeitig siedeln sich europäische Juden, die vor dem Nationalsozialismus geflohen sind, in der Region an. Zwischen seinem ländlichen Heimatdorf und dem zunehmend angespannten Jerusalem pendelt der unparteiische Yusuf (Karim Daoud Anaya). Nach einem folgenschweren Ereignis schlägt sich der junge Mann auf die Seite des Widerstands. Er schließt sich Verbündeten wie dem Hafenarbeiter Khalid (Saleh Bakri) an, der angesichts der eskalierenden Situation keinen anderen Ausweg mehr sieht, als zur Waffe zu greifen. Während sich persönliche Schicksale und politische Umbrüche unaufhaltsam verweben, spitzt sich die Lage dramatisch zu – ein entscheidender Moment, der den Ursprung des Konflikts der gesamten Region markiert. Die Situation für die Palästinenser wird immer schwieriger, aber niemand will oder kann ihnen helfen.
Kritik
Ein gutes Zeitgeschichtsdokument. Aber warum bleibt der Film so unspektakulär? Wo bleibt die Anklage gegen die Besatzungsmacht, gegen die Israelis? Traut man sich das nicht? Da ist vieles liegen geblieben, was erzählt werden müsste. Noch mehr Mut bitte, aber auch so ist der Film sehenswert.
Das Bonusmaterial beinhaltet den Trailer und Filmtipps.
Palästina 36: Palästina / UK / F / Dä / Nor / Katar / Saudi-Arabien / Jordanien 2025; Regie: Annemarie Jacir; Darsteller: Jeremy Irons, Robert Aramayo, Liam Cunningham, Hiam Abbass, Kamel Al Basha, Yasmine Al Massri; FSK: ab 16 Jahren; Dauer: 114 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Arabisch / Englisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch; Bild: 2,35:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©Alamode Film / Alive. Veröffentlichung Verkauf: 06. August 2026.
Bewertung: 7,9/10 Punkten
Spannung: 2/4 – Action: 2/4 – Humor: 1/4 – Erotik: 1/4 – Anspruch: 3/4